Von Spatzen und Spätzle
(aus dem Kochbuch ‚Spätzle & Knöpfle’)
Im Jahre 1725 tauchte in der „Beschreibung des Göppinger Sauerbrunnens" neben dem Begriff „Knöpflein" auch die Bezeichnung „Spazen" auf. Unklar bleibt allerdings, wodurch sich diese „Spazen" von den „Knöpflein" unterscheiden. Es könnte sich sowohl auf Größe und Form als auch auf Inhalt oder Herstellung beziehen. Jedenfalls noch 1788 beschreiben sie die „Hohenloher Idiotismen"
als „in Wasser oder Milch aufgekochte kleine Klöße". Bis in heutige Zeit gibt es die so genannten „Löffelspatzen", die in Größe und Gestalt immer noch den „Ur-Knöpfle" ähneln. Dies lässt vermuten, daß mit dem Begriff „Spa(t)zen" lediglich eine neue, griffigere Bezeichnung gefunden wurde. Immerhin erinnern die „Löffelspatzen" mit ihrer länglich abgerundeten Form an einen Vogelkörper: den Spatz.
„Spätzle" in der Verkleinerungsform haben wir erstmals in einem Kochbuch von 1783 gefunden, und vermutlich bezeichnen sie die verfeinerte Variante, denn im selben Kochbuch werden auch „Knöpfle" und „Spatzen" erwähnt. Und hier scheint nun auch die Erklärung für den Namen „Spätzle" zu liegen: Sie sind ganz einfach die verkleinerte Form der Spatzen.
Andere sprachliche Herleitungen suchen den Ursprung der Namensgebung im italienischen „spezzare", was so viel heißt wie „brechen, in Stücke schneiden", oder sehen die Verwandtschaft zur „pasta" oder zum französischen „pâté", was beides Mal „Teig" bedeutet, Dafür gibt es jedoch außer der vordergründig sprachlichen Ähnlichkeit keine weiteren Indizien. Aber, typisch für die schwäbische Liberalität, wurden und werden in Schwaben die Begriffe keineswegs einheitlich verwendet. Da werden schon mal die länglichen Gebilde „Knöpfle" genannt oder die kugelige Form heißt „Spätzle" oder „Spatzen", mancherorts wird mit den unterschiedlichsten Benennungen dasselbe bezeichnet. Man findet sogar Rezepte, wie das nebenstehende Spatzenrezept, in denen alle Begriffe durcheinander verwendet werden.
Spätzlerezepte, Spätzleteig
(aus dem Kochbuch ‚Spätzle & Knöpfle’)
Grundrezept für Spätzle und Knöpfle
Zutaten für 4 Personen
Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten
500 g Mehl
5 Eier
1 TL Salz
etwas Muskat
1/8-1/4 I kaltes Wasser
Mehl, Eier, Salz und Muskat werden in einer Schüssel verrührt und unter Zugabe von Wasser mit einem Kochlöffel (oder ganz traditionell mit der Hand) zu einem glatten Teig vermischt und einige Minuten kräftig geschlagen.
Wenn der Spätzleteig schwer vom Kochlöffel fällt, hat er die richtige Konsistenz. Ist er zu flüssig, etwas Mehl, ist er zu fest, noch etwas Wasser zugeben – und fertig ist der Spätzleteig!
Vollkornspätzle
100 g Roggenvollkornmehl
150 g Weizenvollkornmehl
4 Eier
etwas Wasser
1 TL Schabzigerklee
Salz
Haferspätzle
200 g Hafervollkornmehl
50 g Weizenmehl
3 Eier
ca. 1/8 l Wasser
evtl. 1 EL Tomatenmark
Buchweizen-Spätzle
100 g Buchweizenmehl
150 g Weizenmehl
3-4 Eier
ca. 100 ml Wasser
Salz
Weizen-Dinkel-Spätzle
100 g Vollkornweizenmehl
100 g Dinkelmehl
40 g Sojamehl
4 Eier
etwas Wasser
Salz, Kümmel, Koriander
Dinkelspätzle
250 g Dinkelmehl
3-4 Eier
Salz
Ein Teil Dinkel (ca. 50 g) kann auch durch Grünkern ersetzt werden, dem noch kernigen unreifen Dinkel, dem seine grünliche Farbe den Namen gegeben hat: geschrotet, für besonders kernige Spätzle, oder fein gemahlen.
Hirsespätzle
100 g Hirsemehl
150 g Weizenmehl
3 Eier
ca. 100 ml Milch
Salz
Sojamehl-Spätzle ohne Ei
250 g Weizenmehl
2-3 EL Sojamehl (evtl. vorher
in Wasser anrühren)
ca. 200 ml Wasser
1 TL Backpulver
Nudelmaschinen.com wünscht viel Freude bei der Zubereitung der Spätzlerezepte. |